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Einfallsreiche und korrekte Einladungstexte schreiben

Nicht an jedem von uns ist ein Dichter verloren gegangen.

Deshalb ist es wirklich keine Schande, um zu Hilfsmitteln zu greifen, die Herr von Goethe vielleicht nicht gebraucht hätte. Oder wer weiß, vielleicht wäre sein Gesamtwerk sogar noch umfangreicher geworden, wenn er auf die Reimemaschine (www.reimemaschine.de) hätte zugreifen können?

In diese Reimemaschine können Wörter eingegeben werden und dann erhält man eine ganze Liste mit Wörtern, die dieselbe Endung besitzen. Wenn man wirklich in der Sackgasse steckt, kann einem das schon weiterhelfen.

Wer seine Einladungen in Versform verfasst, genießt eine gewisse dichterische Freiheit.

Dennoch sollte man nach Möglichkeit die deutschen Rechtschreibregeln beherzigen.

Wer könnte einen in dieser Hinsicht besser beraten als der bekannteste deutsche Sprachpfleger Bastian Sick. So manchem Verfasser von Glückwunschkarten bereitet der Imperativ von „feiern“ Kopfzerbrechen:

Heißt das jetzt: „Feiere deinen Geburtstag“ oder „Feier deinen Geburtstag“ oder „Feier’ deinen Geburtstag“?

Darauf die Antwort des Zwiebelfischs: “Feiere” ist zweifellos der korrekte Imperativ. Bei Verben auf -eln und -ern wird der Imperativ Singular mit -e gildet. Allerdings kann dabei das unbetonte “e” in der Wortmitte wegfallen.

“Sammle die Hefte ein!” statt “Sammele die Hefte ein”, “Schmettre deine Bälle nicht so!” statt “Schmettere deine Bälle nicht so!” – Daher erlaubt die Hochsprache neben “Feiere deinen Geburtstag” auch “Feire deinen Geburtstag”.

In der Umgangssprache fällt heute zumeist das “e” am Wortende weg: Aus “feiere” wird “feier”, aus “sammele” wird “sammel”, aus “wickle” wird “wickel”. Mein Grammatikbuch aus dem Jahre 1995 sieht diese Formen gar nicht vor, daher galten sie wohl – zumindest vor zehn Jahren – noch nicht als salonfähig.

Das könnte sich inzwischen geändert haben. Zumindest im norddeutschen Raum wird niemand daran Anstoß nehmen, wenn Sie ihn auffordern: “Nun feier mal schön deinen Geburtstag!” Auf einer teuren Glückwunschkarte ist die vollständige Form “Feiere” zu bevorzugen. Denn wer 2,95 Euro für eine hübsch bedruckte Karte ausgibt, der sollte nicht plötzlich am “e” sparen.

Falsch ist allein die Form mit Apostroph (Feier’). Beim Wegfall des Endungs-”e” wird nie ein Apostroph gesetzt.


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